TIKI, WER WAR DAS?


Am Anfang war das Wort und das Wort lautete: TIK, zumindest nach den Angaben des renommierten Sprach-archäologen und Linguisten Merrit Ruhlen aus Palo Alto, Kalifornien. Er verfolgte den Ursprung der menschlichen Sprache bis auf dieses magische Dreibuchstabenwort zurück, das sich noch heute in „toe“ (Zeh), und „digit“ (Finger) und offensichtlich auch in „dick“ (Schwanz) erhalten hat. Wenn „Tiki“ mit soviel archaischer Kraft ausgestattet ist, darf man sich nicht wundern, dass es zum Schlagwort einer ganzen Generation geworden ist. Aber „Tiki“ weist nicht nur diese enge Verwandtschaft mit dem ersten Wort auf, sondern ist in der polynesischen Mythologie auch das Synonym für den ersten Menschen. Schlägt man in A.W. Reeds „Concise Maori Dictionary“ nach, findet man die folgenden Erklärungen:
 
1.TIKI: Erster Mensch oder Personifizierung des Menschen. Durch Ahnenverehrung wurde dieser Maori-Adam zu einem Halbgott und schließlich wurde der Begriff „Tiki“ für alle Darstellungen des Menschen verwendet.
2.TIKI: Groteske Schnitzerei in menschlicher Gestalt an einem Haus - eine präzise Beschreibung der Art von Tiki. Lesen wir aber weiter, zeigt sich eine noch tiefere Bedeutung des Wortes:
3.TIKI: ein phallisches Symbol. Tatsächlich ist Tiki in den Überlieferungen der Maori der Name für die Zeugungskraft und das Sexualorgan des Gottes Tane, des Schöpfers der ersten Frau. Auf den Tubuai-Inseln südlich von Tahiti war „Tiki-roa“ (die lange Ahnengestalt) der Spitzname für den Penis und „Tiki-poto“ (die kurze
Ahnengestalt) ein Kosewort für die Klitoris. Da das Wort so schöpferische Kräfte in sich trägt, wird es niemanden überraschen, auf den Marquesa-Inseln noch eine weitere Bedeutung zu finden:
4.TIKI: Gott der Künstler. Tatsächlich war Tiki die Muse vieler Künstler, ob bekannter oder unbekannter.
Möge er sich nun auch als der lang ersehnte Schirmherr der Künstler etablieren.
 
BOOK OF TIKI (Sven A. Kirsten) Taschen Verlag www.bookoftiki.com